Skip to main content

Digitalisierung nach der Wahl

Die Wahl ist vorbei, aber das Elend noch nicht. Jetzt wird erst einmal sondiert und abgewartet damit ein wenig Gras über die Wahlversprechen wächst. Mal sehen an was man sich später noch erinnern wird..

 

Ach ja, da wurde doch tatsächlich innovativ in die Zukunft geschaut. In manchen Gegenden soll das Internet noch nicht angekommen sein. Zugegeben, wenn es sich für die Unternehmen nicht lohnt für 5 Häuser eine 10km lange Glasfaserstrecke zu verlegen, dann unterstütze ich auch den Vorschlag das der Staat dort finanziell unterstützt. Aber was hat das nun bitte mit Digitalisierung zu tun?

 

Ja klar, PC’s sind binäre Lebewesen, und die tägliche Dateninfusion aus dem Internet ist digital, aber das ist Standard, das hat heute (fast) jeder! Und ganz ehrlich:

 

DAS ist nicht die Digitalisierung von der zur Zeit jeder im Land redet!

 

Da muss jemand in Berlin das Wort „Digitalisierung“ etwas missverstanden haben!

 

Also dann hier noch mal zum mitschreiben:

Digitalisierung bedeutet, das die Dienstleistungen automatisiert werden, also nicht nur, aber vor allem! Nennt es von mir aus Industrialisierung 5.0, aber der Name „Industrialisierung“ ist mittlerweile abgegriffen und industrialisiert wird in unserem Lande nichts mehr. Die Industrie ist weitestgehend automatisiert.

 

Das Thema ist immer noch zu schwammig?

Die Erfindung der Dampfmaschine hat die Menschheit revolutioniert. Wie?: Durch die Einführung der Dampfmaschine entstanden leistungsfähige Manufakturen, weil die Maschinen den Menschen sehr viel Kraft abnehmen und dadurch wesentlich höhere Stückzahlen produziert werden konnten. Von den Handwerkern (Bürstenmacher, Büchsenmacher, Schmiede, usw.) haben sich 10% spezialisiert und produzieren Werkstücke die man in den Manufakturen entweder wegen den geringen Stückzahlen oder wegen der hohen Präzision oder Komplexität der Werkstücke nicht produzieren konnte. Weiter 40% hingen ihren Job an den Nagel und arbeiteten seitdem in den Manufakturen. Die restlichen 50% mussten „umschulen“ oder gingen leer aus.

Das war der Start der Industrialisierung!

Dann kam der Strom und damit die Fähigkeiten auch die noch so kompliziertesten Dinge zu produzieren. Außerdem hatte man nun auch Nachts genug Licht um zu produzieren. Wieder fielen ganze Berufszweige der Industrialisierung zum Opfer bzw. sie wurden einfach hinfällig, weil sich die Güter nun viel leichter und preiswerter fertigen ließen!

Dann wurde der PC erfunden. Damit ließen sich die ersten Ingenieurskünste automatisieren. Dank CAD wurde es immer einfacher Maschinen zu konstruieren. Das Wissen ganzer Generationen von Ingenieuren wurde digitalisiert und damit wurden auch diese Jobs hinfällig.

Nun wurden Roboter gebaut, weil man Sie mit dem PC konstruieren konnte. Roboter sind stärker als Menschen, wesentlich präziser und: Sie arbeiten ohne Pause 24 Stunden durch! Damit wurden nun die Hallenarbeiter überflüssig. Ein kleiner Teil (sagen wir mal 5%) wurde Programmierer, der Rest nicht.

Jetzt sind wir schon bei der Industrialisierung 4.0, wo wir den Computern Intelligenz beibringen. Computer designen selbstständig komplizierte Maschinen. Die Konstruktionsdaten gehen an die Roboter die diese Maschinen bauen. Maschinen planen für Maschinen die wiederum Maschinen bauen.

Der Mensch wird immer weiter aus dem Produktionsprozess gedrängt weil er ungenau arbeitet, Fehler macht, Hunger hat, schlafen will, krank wird oder mal in den Urlaub fliegen will. Mit anderen Worten: Der Mensch ist einfach nicht so effektiv wie die Maschine.

Besuchen Sie einmal eine Konstruktionshalle der großen Automobilhersteller. Da arbeitet fast niemand mehr bis auf die Maschinen…

Die Digitalisierung kommt…

Immerhin, für uns Menschen bleibt ja das Büro, die Dienstleistungen und die komplizierten Dinge, die Roboter nicht erledigen können. Oder?

Damals, vor 15 Jahren, da gingen wir noch in die Bankfiliale um unsere Geschäfte zu tätigen. Und heute? Wer macht kein Onlinebanking? Die Minderheit bemüht sich noch eine Bankfiliale aufzusuchen. Ist es doch viel einfacher von der Couch aus seine Bankgeschäfte zu tätigen.

Als Folge daraus schließen immer mehr Filialen, es kommt ohnehin niemand mehr dort hin. Und siehe da, die Geschichte wiederholt sich, nur dieses mal im Dienstleistungssektor. 10% der Banker werden Programmierer, die die Bankautomaten und die Inhalte der Webauftritte gestalten, der Rest schult um oder bleibt auf der Strecke.

An der Börse werden in Millisekunden Geschäfte zwischen Rechnern abgeschlossen. Auch hier wird der Mensch weiter aus dem Business gedrängt. Algorithmen erkennen im Vorfeld wann eine Maschine ausfällt. Bald werden Ersatzteile vom Algorithmus bestellt, bevor das Bauteil überhaupt ausfällt.

Das ist Digitalisierung! Wir Menschen werden aus den Bereichen der Dienstleistungen gedrängt, weil die PC’s viel effektiver und genauer arbeiten als wir!

 

Und nun?

Ja, was jetzt? Was machen wir als nächstes? Wer wird als nächstes wegrationalisiert?

Lassen sie uns hier auf der Seite darüber philosophieren, was heute ist und was kommen wird. In der Zwischenzeit kann die Politik ratlos umherblicken oder sich mit sich selbst beschäftigen oder versuchen uns mit solchen Brandbomben wie „Internet am A**sch der Welt“ an der Nase herum zu führen.